Financial District – Von Symbolen, Gedanken und Gefühlen

Wir stehen an dem Ort, der die Welt für eine Weile verändert hat – die Wall Street in New York City.

Ein Ort an dem vor einigen Jahren zum zweiten Mal in der Geschichte menschliche Schicksale besiegelt und abertausende Leben in den Ruin getrieben wurden. Die kapitalistische Gier nach immer mehr, ohne Rücksicht auf das letzte Fünkchen Menschlichkeit, hat in der Wall Street ihren symbolischen Olymp gefunden.

Das heißt jedoch nicht, dass sich die Sucht nach unermesslichem finanziellem Reichtum, nur auf die Amerikaner beschränkt. Nein, es betrifft uns alle. Die „Big Player“ in Europa, Russland und auf den anderen Kontinenten.

Natürlich spielt die Naivität und das Desinteresse vieler Menschen, die immer mehr konsumieren obwohl das nötige Geld fehlt und es auch keinen Grund gibt, sich schon wieder den neuesten Flatscreen auf Raten zu kaufen, eine bedeutende Rolle in dem ganzen Spiel.

Aber dennoch, mich durchläuft ein Schauer als wir vor dem Gebäude der Macht stehen und mir diese Gedanken durch den Kopf gehen. Obgleich der vielen wunderbaren Erlebnisse und Sehenswürdigkeiten in New York melden sich auch immer wieder ein paar kritische Stimmen in meinen Gedanken.

So sehr ich New York liebe, ist mir doch bewusst, dass die Stadt ebenfalls für den absoluten Kapitalismus und die Gier nach immer mehr steht. Mehr Reichtum für ein paar wenige „Auserwählte“, die in ihrem kleinen „elitären“ Zirkel die Fäden in der Hand halten.

Tja, wie bekomme ich da jetzt einen guten Übergang zu den schönen Erlebnissen in Downtown Manhattan hin? Hmmm, wohl nur mit einem scharfen „Cut“ und nächste Szene….

Nachdem ich meine Gedanken über die düsteren Machenschaften wieder in die tiefsten Ecken meines Gehirns verbannt habe, machen wir uns auf in Richtung „Battery Park“. Von dort aus bietet sich ein guter Blick auf die Freiheitsstatue, welche 1984 als Weltkulturerbe der UNESCO ernannt wurde. Wenn du direkt vor der Figur der Libertas, der römischen Göttin der Freiheit stehen möchtest kaufst du dir ein Ticket und machst einen Ausflug nach „Liberty Island“. Eigentlich als Freundschaftsakt zwischen Frankreich und Amerika erbaut, gilt die Freiheitsstatue seit langem als ultimatives Symbol für „die Freiheit in der neuen Welt“ der Immigranten des vergangenen Jahrhunderts.

Einmal auf die Freiheitsstatue geklettert geht es weiter nach „Ellis Island“. Dort wird im „Ellis Island Immigration Museum“ die Geschichte der Einwanderer in die USA dargestellt. Was uns gedanklich zurück führt nach Bremerhaven in das „Deutsche Auswandererhaus“ und die dortige passende Ausstellung über Immigration in die USA im 19.Jahrhundert. Weitere Informationen auf der Seite des Museums unter http://mcaf.ee/by063 und unter unserem Post.

Eine günstigere Alternative bietet die „Staten Island Ferry“, welche nahe des Battery Park in der Whitehall Street nach Staten Island fährt – und zwar kostenlos. Begib dich auf das Deck und es eröffnet sich dir ein toller Blick auf die Skyline von Manhatten und die vorbeiziehende Freiheitsstatue.

Da wir bereits beim letzten Besuch eine Fährenfahrt gemacht haben, biegen wir jetzt direkt wieder in die Straßen von Downtown Manhattan ein und lassen uns treiben.

Bei dem Anblick der dunklen Seitenstraßen, mit ihren dampfspuckenden Baustellenschachten, denke ich mir, genau dieses Bild musste der Autor von Batman vor Augen gehabt haben als er Gotham City erschuf. Verrucht, leicht angsteinflößend bei Besichtigungen nach Sonnenuntergang und irgendwie unheimlich.

Was auf unserer Tour durch Downtown nicht fehlen darf ist eine Besichtigung des neu eröffneten „One World Trade Center“ auf dem Grund von „Ground Zero“. Nach dem Entwurf des bekannten Architekten Daniel Libeskind wurde das Gebäude durch den amerikanischen Architekten David Childs realisiert. Das „9/11 Memorial Museum“ befindet sich direkt auf dem Areal des „World Trade Center Plaza“.

Die historische Ausstellung ist unterteilt in drei Aspekte: Der Tag des 11. September, die Geschichte vor dem 11. September und die Geschichte nach dem 11. September. Des Weiteren gibt es die Ausstellung „In Memoriam“, welche sich mit den persönlichen Geschichten der Betroffenen auseinandersetzt. Normalerweise kostet der Eintritt für einen Erwachsenen 24$, das ist uns dann doch etwas zu teuer. Jedoch gibt es die Möglichkeit des „Free Admission Tuesday“ von 17 – 19 Uhr. Bei unserem nächsten Besuch möchten wir diese nutzen und uns ein persönliches Bild über die Ausstellung machen.

Ebenso wie bei unserem letzten Besuch, als noch eine große Lücke klaffte und die Bauarbeiten erst begonnen hatten, merke ich wie meine Augen feucht werden und ich muss aufpassen, dass keine Tränen rollen, wenn ich an die schlimmen Ereignisse vom 11. September denke. An solch emotionalen Orten, mit einer solch traurigen Geschichte fällt es mir immer ziemlich schwer nicht los zu heulen wie ein Schlosshund.

Damit keine weiteren Dramen geschehen, lockt Fabian mich in das bekannteste „Outlet“-Kaufhaus von New York „Century 21“. Da ist dann gleich wieder für Ablenkung gesorgt. Bekannt für die riesige Auswahl an enorm reduzierten Designerklamotten, Accessoires und Kosmetik steht dieser Konsumtempel auf der Liste jeder weiblichen Shopping-Addicted.

Habe ich mich letztes Mal noch für den Winter eingekleidet, werde ich dieses Mal nicht fündig und bin sogar eher angenervt von dem zuviel an Klamotten und dem ganzen Konsum. Ich habe auch keine Lust mehr auf billig hergestellte Ware aus China, mit denen sich die großen Konzerne einen A**** voll Geld verdienen und die Arbeiter unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten müssen. Aber darüber schreibe ich vielleicht mal einen eigenen Post.

Zum Schluss aber noch ein kleines „amerikanisches“ Schmankerl. Der Geldbeutel muss aufgefüllt werden, deswegen geht es zur nächsten Bank. Am Eingang drei Aufkleber mit verschiedenen Symbolen.

Erstes Symbol ein Rollstuhlfahrer der nicht durchgestrichen ist. Soll wohl bedeuten, rollstuhlfahrergerechte Bank?! Ok, noch zu verstehen, irgendwie.

Zweites Symbol eine durchgestrichene Zigarette. Ganz klar, kennen wir auch von Europa und in Amerika darf man ja eh keine 25 Feet um öffentliche Gebäude herum rauchen.

Drittes Symbol: eine durchgestrichene WAFFE. Ja richtig gelesen, eine Waffe!! Aber was macht der gute amerikanische Bürger nur, wenn er zur Bank muss und vergessen hat seine Waffe zu Hause zu lassen? Vielleicht mal kurz dem nächsten Kleinkind in die Hand drücken bis er seine Transfers erledigt hat?! Amerika und Waffen. Ein Thema was sich uns wirklich nie erschließen wird.

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