Fjordfahrten – Unsere Reise entlang der norwegischen Ostküste

Unsere Route entlang der Ostküste ist gespickt mit kleinen und großen atemberaubenden Ausblicken. Tiefblaue Fjorde mit glitzernden Wasseroberflächen, kantige Berge und Klippen. Die Gedanken schweifen ab, welche Geheimnisse und Mythen ragen sich wohl um die verwunschenen Naturschönheiten hier im hohen Norden?! Die Natur erscheint so unberührt und das obwohl wir uns nur im südlichsten Teil Norwegens befinden.

So gerne würde ich das Land weiter erkunden, noch höher hinaus, bis nach Tromso und darüber hinweg. Aber die Ereignisse mit unserem „Wikichen“ haben uns die Pläne ändern lassen und wir begeben uns früher als geplant auf den Rückweg nach Deutschland um von dort in die USA zu fliegen. In meinem Kopf entwickeln sich jedoch bereits die Pläne einer weiteren Norwegentour. Denn eines ist sicher, wir werden das Land nicht unerkundet lassen.

Unser Weg Richtung Kristiansand führt uns nach Svelvik. Wunderschön am Fjord gelegen gönnen wir uns ein paar Tage Entspannung pur. Wir genießen die typischen langen, hellen Nächte im Norden und sind jedes Mal wieder überrascht wenn wir auf die Uhr schauen. Kurz vor Mitternacht und dennoch sind die Kinder am rumtoben, die Norweger genießen die letzten Überbleibsel des Abendessens und erst langsam begeben sich alle zur Bettruhe.

Bereits in den frühen Morgenstunden werden wir wieder von der strahlenden Sonne und den warmen Temperaturen geweckt. Wir lassen uns von den angenehmen Temperaturen verwöhnen bis es für uns weiter geht nach Risor. Vorher legen wir noch einen kurzen Zwischenstopp in Tonsberg ein. Historisch ein Highlight in Norwegen, da Tonsberg die älteste Stadt Norwegens ist. Hiervon ist jedoch nicht mehr wirklich viel zu spüren. Die stylische Hafenpromenade und die Fußgängerzone mit Einkaufsmall zeugen mehr von dem unbedingten Willen zur konsumhaltigen Gegenwart zu gehören. Etwas außerhalb der Stadt gibt es noch eine alte Festung zu besichtigen.

Risor gefällt uns dann schon wesentlich besser. Das kleine Fischerdorf ist berühmt für seine weißgetünchten Häuser, die an einen Urlaub an der südeuropäischen Küste erinnern. Eine angenehme und entspannte Atmosphäre durchzieht die Hafenstadt. Überall ragen bunte Blumen an den Häusern empor und die kleinen Terrassen und Innenhöfe sind liebevoll hergerichtet. Am Hafenbecken werden die letzten Verkaufsstände des heutigen Antik- und Künstlermarktes zusammengeräumt. Wir schauen dem regen Treiben am Land sowie auf dem Wasser zu und bewundern die hübschen Segelyachten, die zahlreich im Hafen vor Anker liegen. Langsam senkt sich die Sonne dem Horizont entgegen und wir fahren weiter zu unserem Campingplatz.

Die verbleibenden restlichen Kilometer nach Kristiansand fahren wir in einem durch und erkundigen nach unserer Ankunft erst einmal die Fußgängerzone und die Hafenpromenade. Kristiansand ist der Dreh – und Angelpunkt wenn es um die Überquerung der Ostsee geht. Hier legen die großen Fähren nach Dänemark ab, unser morgiges Reiseziel. Da sich das Wetter verschlechtert und es anfängt zu regnen begeben wir uns auf den nahegelegen Campingplatz und verbringen dort unsere letzte Nacht in Norwegen.

Am nächsten Morgen vertreiben wir uns die Zeit bis zur nachmittaglichen Fährabfahrt in einem kleinen Café in der Fußgängerzone. So sehr wir uns über die doch relativ humanen Preise in Schweden gefreut haben, so sehr bringen uns die Preise in Norwegen zum „weinen“. Für die Genießer von gutem Essen und leckerem Kaffee & Kuchen ist Norwegen so gar kein Paradies. Es ist so unglaublich teuer, dass wir mit etwas Wehmut an die „günstigen“ Preise in Deutschland denken müssen.

Schnell vergehen die letzten Stunden in Norwegen und im Nu stehen wir auf Deck an der Reling unserer Fähre. Die Regentropfen des bedeckten Himmels und der Fahrtwind peitschen uns in die Gesichter. Ich blicke zurück auf Kristiansand, die Konturen verschwimmen mehr und mehr und in meinem Kopf werden die Gedanken von den Wellen durcheinander geschaukelt. Unser erstes kleines Abenteuer Skandinavien neigt sich dem Ende zu. Es ist nicht alles so verlaufen wie wir es geplant haben. Wir haben nicht so viel Natur gesehen wie geplant oder sind wir doch eher die „Stadtentdecker“ und benötigen nur ab und an eine Auszeit in der Natur? Kommen wir mit unvorhergesehenen Situationen (gut) klar, oder werfen Sie uns oder einen von beiden aus der Bahn? Ich glaube wir müssen uns erst in diesen neuen Lebensabschnitt herantasten, hineinfinden und erst einmal einfach weiter gehen bzw. fahren. Die Zeit wird es mit sich bringen und wir werden erfahren wohin uns dieser neue Weg führt.

 

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