Das Drama beginnt……..

Das sieht schlecht aus. Ich weiß nicht, ob ich euch da helfen kann“. Wir schauen den Automechaniker mit hoffnungsvollen Blicken an und beten, dass wir bald wieder weiterfahren können. Dabei hatte alles so schön begonnen. Am Mittag fahren wir bei strahlendem Sonnenschein von Mörruden, einem Campingplatz wunderschön am See gelegen, los in Richtung Oslo. Die Landschaft verändert sich zusehends. Das meist flache Schweden wird hügeliger und wir nähern uns mehr und mehr der norwegischen Grenze.

Fasziniert von der Natur und mit einem Auge immer auf der Suche nach dem ersten Elch, sind wir vollkommen auf die Umgebung fixiert. Und dann ist es so weit. Wir erreichen die Grenze zu Norwegen. Wir fahren an einem kleinen Ort mit schönem See vorbei und überlegen eine Rast einzulegen. Doch da sind wir schon an der Ausfahrt vorbei und müssen weiter fahren. Vor uns baut sich der erste höhere Berg Norwegens auf und wir versuchen ihn im Schneckentempo zu erklimmen.

Und dann passiert es!

Auf einmal riecht es so seltsam, leicht verbrannt und merkwürdig. Ich habe sofort ein ungutes Gefühl. Mein Blick fällt auf die Kühleranzeige und was ich sehe jagt mir einen kleinen, naja ehrlich gesagt einen großen Schrecken ein. Der Anzeigepfeil steht auf dunkelrot und springt schon fast aus dem Fenster. Dann geht es los, das kochende Wasser spritzt aus der Motorhaube, einen klaren Blick zu behalten ist fast unmöglich, Dampf kommt aus dem Lenkrad… aus dem Lenkrad!!!

Und das alles auf einer zweispurigen Fahrbahn ohne Haltemöglichkeit. Ich bete, dass wir es noch bis zum nächsten Seitenstreifen schaffen und nicht mitten auf der Straße stehen bleiben. Tatsächlich schaffen wir es noch bis zum Bergende und fahren sobald es geht auf den kleinen Seitenstreifen der zweispurigen „Autobahn“. Schnell die Warnweste übergeschmissen und das Warndreieck aufgestellt, setzen wir uns erstmal an den hügeligen Rand und lassen das Auto abkühlen. Die „Erstuntersuchung“ zeigt kein gutes Bild auf. Der Verschluss Kühler ist durch den Wasserdruck gebrochen. Ein bisschen fühle ich mich wie auf dem Präsentierteller, alle fahren an uns vorbei und glotzen uns an.

Nach ungefähr einer Stunde entschließen wir uns den Weiterweg bis zur nächsten Raststätte anzugehen. Wir starten den Motor und… wir fahren! Ein Schild weist einen kleinen Rastplatz in einem Kilometer Entfernung auf. Zum Glück so nah, das sollten wir schaffen. Wir fahren die leicht anschüssige Ausfahrt raus und… bleiben mitten in der Ausfahrt stehen. Na super, 3 Meter weiter und wir würden auf dem sicheren Rastplatz stehen. Nochmals warten wir einige Minuten bis Wiki wieder anspringt und rollen ihn den leichten Abhang zum Rastplatz hinunter.

Meine Nerven beruhigen sich ein wenig. Doch was jetzt? Wir entscheiden uns erstmal für abwarten und „Tee trinken“.

Unser Toyotahandbuch wird durchgewälzt, doch leider entdecken wir keine Patentlösung. Nach einigen Stunden des Wartens und unverständlichen Hilfsversuchen unserer finnisch-russischen Rastplatznachbarn kommen diese und wir zu dem Entschluss „Service, Service“… Nach einigem Hin und Her werden wir vom norwegischen NAF (ADAC) abtransportiert. Unser armes Auto, meinem Herzchen wird bei dem Anblick ganz mau. Nach einer gefühlten Ewigkeit und unverständlichen Ortsangaben des Abschleppers werden wir in einem Industrie-/ Autowerkstättengebiet nahe der Autobahn abgesetzt und allein gelassen. So stehen wir da an einem Samstagabend bei aufziehendem Regenschauer und mit sehr schlechter Stimmung. Aber etwas Gutes gibt es doch noch: Ich habe tatsächlich meine erste Elchkuh gesehen. In der Abenddämmerung, grasend auf einem Feld. Ein schöner Anblick an einem sonst sehr emotionalen und aufregenden Tag.

Nachdem wir die Zeit bis Montag früh unter anderem in dem ca. 3 Kilometer entfernten Städtchen „Ski“ und bei einem französischen Kinofilm mit norwegischem Untertitel verbracht haben, stehen wir jetzt vor dem etwas skeptischen Automechaniker. Aber wir haben Glück, der Mechaniker lässt sein volles Auftragsbuch links liegen und repariert unseren Wiki innerhalb der nächsten Stunden. Dafür klappert sein Mitarbeiter extra die Autowerkstätten rund um Oslo ab, um den passenden Kühler für uns zu finden. So können wir neuen Mutes, aber mit einem doch noch leicht nervösem Gefühl weiter nach Oslo fahren. Am späten Nachmittag erreichen wir unser Hostel in Oslo und gönnen uns nach diesem Erlebnis ein kleines Abendessen beim Thai.

 

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3 Gedanken zu “Das Drama beginnt……..

  1. Puhhhh, zum Glück ist es noch gut gegangen. Gruslig! Bin froh, dass uns das nicht passiert ist – enge, steile Passstraßen gibts dort ja einige… Schöne Reise noch! Laura von bildbeilage

  2. Oh man! Wie ärgerlich und scary!!! Schön zu hören dass alles noch gut gegangen ist! Ich musste gerade feststellen, dass wir wohl zur selben Zeit in Dänemark waren 😉 Es ist verrückt!
    Endlich habe ichs auf euren Blog geschafft und von nun an werde ich öfter hier vorbei schauen. Was für ein Abenteuer!

    • Schade, dann haben wir uns wohl schon wieder verpasst. Meld dich einfach kurz, wenn Du in den USA oder Canada bist… wir werden hier wohl eine laengere Zeit bleiben. 😉

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